ENS im DLR-Test: Englisch gezielt vorbereiten (B2)

ENS im DLR-Test verstehen: Grammatik, Wortschatz und Strategie für den Englisch-Test der Grunduntersuchung – inklusive 6-Wochen-Routine auf B2-Niveau.

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Englisch ist einer der Wissenstests, die bei der DLR-Grunduntersuchung praktisch immer vorkommen – aus gutem Grund, schliesslich ist Englisch die Arbeitssprache im internationalen Cockpit. Der Test heisst ENS und prüft computerbasiert Grammatik, Wortschatz und teils auch Hör- oder Leseverständnis. Wer im Alltag zwar passabel zurechtkommt, aber grammatikalische Feinheiten seit der Schulzeit nicht mehr bewusst geübt hat, unterschätzt diesen Teil oft.

Dieser Artikel zeigt dir, welche Grammatikbereiche typischerweise geprüft werden, wie du deinen Wortschatz gezielt aufbaust, was «Aviation English» als Bonus bringt, und wie eine realistische 6-Wochen-Routine aus Lesen und Hören aussehen kann. Ausserdem erklären wir, was ein Rating C oder D für dich bedeutet und warum in dem Fall zusätzlich ein B2-Zertifikat gefragt ist. Für den Gesamtüberblick über die Grunduntersuchung lohnt sich zusätzlich ein Blick in den DLR-Test: Der komplette Guide.

Was ist der ENS-Test?

ENS steht für den Englisch-Test innerhalb der Wissenstests. Er ist computerbasiert und läuft als Multiple-Choice-Format ab: Du liest einen Satz, eine Lücke oder eine kurze Passage und wählst aus mehreren Antwortoptionen die passende aus. Geprüft wird dabei nicht «Business English» oder Fliegerjargon im engeren Sinn, sondern solides Alltags- und Bildungsenglisch auf einem Niveau, das grob dem europäischen Referenzrahmen B2 entspricht.

Inhaltlich deckt ENS typischerweise ab:

  • Grammatik: Zeiten (Tenses), Präpositionen, Satzbau, teils Bedingungssätze (Conditionals) und indirekte Rede (Reported Speech)
  • Wortschatz und Synonyme: passende Bedeutung im Kontext erkennen
  • Redewendungen: feste Ausdrücke und idiomatische Wendungen
  • Hör- und Leseverständnis: je nach Termin und Verfahren zusätzlich enthalten

Der Test misst also nicht, ob du fliessend Konversation führen kannst, sondern ob dein grammatikalisches Fundament stabil sitzt und dein Wortschatz breit genug ist, um Texte und Fragen zuverlässig zu verstehen.

Format und Ablauf

ENS läuft computerbasiert ab, meist als reiner Multiple-Choice-Test ohne freies Schreiben oder Sprechen. Du bekommst eine Frage oder einen Lückensatz und wählst aus typischerweise vier Antwortmöglichkeiten. Je nach Testtermin und Verfahren kommen zusätzlich kurze Hörverständnis- oder Leseverständnis-Passagen dazu, bei denen du danach Fragen zum Inhalt beantwortest.

Wie bei den anderen Wissenstests wechseln sich ENS und ähnliche Prüfungsteile im Tagesablauf mit computerbasierten Leistungstests ab, mit Pausen dazwischen. Die genaue Struktur, Anzahl Fragen und Zeitvorgabe hängt vom jeweiligen Verfahren und der Airline ab – verlässliche Angaben findest du nur in den offiziellen Unterlagen. Einen Überblick über den typischen Testtag gibt der DLR-Test-Guide.

Was wirklich zählt: Bewertung

Auch bei ENS zählt am Ende die Anzahl richtig beantworteter Fragen, zusammengefasst in einem Rating. Angestrebt wird ein Rating A oder B. Im DLR Exam Trainer siehst du dazu eine Ampel: grün ab rund 80 % richtiger Antworten, gelb ab rund 65 %, darunter rot.

Ein wichtiger Sonderfall bei ENS: Bei einem Rating C oder D wird häufig zusätzlich ein anerkanntes B2-Zertifikat verlangt (zum Beispiel ein ICAO-Level oder ein vergleichbarer Sprachnachweis), um den Sprachstand unabhängig zu bestätigen. Das bedeutet nicht automatisch, dass du aus dem Verfahren ausscheidest – aber es bedeutet zusätzlichen Aufwand und Zeit, um ein Zertifikat nachzureichen. Genau deshalb lohnt es sich, ENS nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, auch wenn dein Alltagsenglisch subjektiv gut ist.

WichtigDie genauen Schwellenwerte für Ratings und ob ein B2-Zertifikat verlangt wird, legt die jeweilige Airline oder das Verfahren fest und kann sich ändern. Verlasse dich hier auf offizielle Informationen, nicht auf einzelne Erfahrungsberichte.

Grammatik-Schwerpunkte

Wer seine Grammatik gezielt auffrischen will, sollte sich auf diese Bereiche konzentrieren:

  • Zeiten (Tenses): Present Simple vs. Present Continuous, Present Perfect vs. Simple Past, Future-Formen (will, going to, Present Continuous für Zukünftiges) – die klassischen Verwechslungsquellen.
  • Präpositionen: feste Verbindungen wie «interested in», «responsible for», «depend on» – oft nicht logisch herleitbar, sondern schlicht auswendig zu lernen.
  • Bedingungssätze (Conditionals): die drei bis vier klassischen Typen (Zero, First, Second, Third Conditional) und wann welcher passt.
  • Indirekte Rede (Reported Speech): wie sich Zeiten und Pronomen verschieben, wenn eine Aussage wiedergegeben wird.
  • Phrasal Verbs: Kombinationen wie «look up», «give up», «come across» – bedeutungstragend und oft nicht wörtlich übersetzbar.

Diese fünf Bereiche decken einen grossen Teil der grammatikalischen Fallstricke ab, die in B2-Tests typischerweise abgefragt werden.

Wortschatz-Strategie

Beim Wortschatz lohnt sich Breite vor Tiefe: Ein solider Grundwortschatz zu Alltagsthemen (Reisen, Arbeit, Technik, Wissenschaft, Wetter, Gesundheit) bringt mehr als das Auswendiglernen seltener Fachbegriffe. Synonyme spielen zwar eine Rolle, sollten aber nicht überbewertet werden – meist reicht es, die gängigste Bedeutung eines Wortes im Kontext zu erkennen, statt jede Nuance zu kennen.

Praktisch bewährt sich folgender Ansatz: Neue Wörter nicht isoliert pauken, sondern immer mit einem kurzen Beispielsatz notieren. So bleibt der Kontext erhalten, und du erkennst das Wort später auch in abgewandelter Form wieder.

Aviation English als Bonus

Auch wenn ENS kein reiner Fachenglisch-Test ist, schadet ein Grundverständnis von «Aviation English» nicht – im Gegenteil, es zeigt Interesse am Berufsfeld und hilft später im Cockpit-Alltag. Dazu gehören Grundbegriffe wie Standardphraseologie im Funkverkehr, gängige Abkürzungen (z. B. ATC, METAR, ETA) und einfache technische Begriffe rund ums Fliegen. Für den ENS-Test selbst ist das kein Muss, aber ein nützlicher Nebeneffekt, wenn du dich ohnehin mit Fliegerei-Themen beschäftigst.

Die häufigsten Fehler

Grammatik-Regeln nur passiv kennen

Viele erkennen eine richtige Antwort, wenn sie sie sehen, können die Regel aber nicht aktiv anwenden. Im Test reicht passives Wiedererkennen oft nicht, weil Distraktoren bewusst ähnlich klingende Formen anbieten.

Präpositionen wörtlich übersetzen

Wer Präpositionen aus der Muttersprache eins zu eins überträgt (z. B. «interested on» statt «interested in»), produziert typische Fehler, die im Test gezielt als Distraktoren eingebaut werden.

Zu sehr auf Synonyme fokussieren

Manche investieren viel Zeit in seltene Synonyme, vernachlässigen dabei aber die grundlegende Grammatik – die im Test meist einen grösseren Anteil ausmacht.

Hörverständnis unterschätzen

Wo Hörpassagen Teil des Tests sind, wird oft nur einmal gehört, während die Aufmerksamkeit schon bei der nächsten Frage ist. Konzentriertes, einmaliges Zuhören ohne Ablenkung ist hier entscheidend.

Unter Zeitdruck zu lange bei einer Frage bleiben

Bei Unsicherheit lohnt es sich, eine erste Einschätzung zu treffen und weiterzugehen, statt eine einzelne Frage endlos abzuwägen und dadurch Zeit für andere Fragen zu verlieren.

Konkrete Trainingstipps

Grammatik-Übersicht griffbereit halten

Erstelle dir eine kompakte Übersicht der fünf Schwerpunktbereiche (Zeiten, Präpositionen, Conditionals, Reported Speech, Phrasal Verbs) mit je 2–3 Beispielsätzen. Wiederhole sie regelmässig in kurzen Einheiten.

Täglich kurze Lesezeit einplanen

Lies täglich 10–15 Minuten englische Texte zu Themen, die dich interessieren – Nachrichten, Fachartikel, auch Fliegerei-Themen. Wichtiger als die Textsorte ist die Regelmässigkeit.

Podcasts fürs Hörverständnis nutzen

Baue englische Podcasts oder kurze Videos in deinen Alltag ein, zum Beispiel beim Pendeln. Achte darauf, aktiv zuzuhören statt nebenbei laufen zu lassen.

Fehler-Tagebuch führen

Notiere dir Grammatikfehler, die dir im Training wiederholt passieren, und schau sie dir gezielt nochmal an, statt einfach weiterzumachen.

Multiple-Choice-Runden regelmässig üben

Übe regelmässig kurze Multiple-Choice-Runden mit neu generierten Fragen, zum Beispiel im ENS-Modul des DLR Exam Trainer, damit du dich an das Testformat und Tempo gewöhnst statt einzelne Aufgaben auswendig zu lernen.

Neue Wörter im Satzkontext notieren

Schreib neue Vokabeln nie isoliert auf, sondern immer mit einem kurzen eigenen Beispielsatz – das verankert Bedeutung und typische Präposition gleich mit.

6-Wochen-Routine für Lesen und Hören

Eine mögliche Struktur, die sich in den Alltag integrieren lässt, ohne zu überfordern:

WocheFokusTägliches Pensum
1–2Zeiten & Präpositionen auffrischen10 Min. Lesen + 5 Min. Grammatik
3Conditionals & Reported Speech10 Min. Lesen + 5 Min. Grammatik
4Phrasal Verbs & Wortschatz10 Min. Lesen + 10 Min. Hören
5Gemischte Wiederholung15 Min. Multiple-Choice-Übung
6Testsimulation & Feinschliff20 Min. Übungsrunde unter Zeitdruck

Diese Routine lässt sich gut mit einem grösseren Trainingsplan kombinieren, etwa dem 8-Wochen-Trainingsplan, der auch die anderen Module und die mentale Vorbereitung abdeckt.

So baust du ENS in deine Vorbereitung ein

Im DLR Exam Trainer gehört ENS zu den Modulen, die nach einer kurzen Testphase mit dem Pro-Abo dauerhaft freigeschaltet werden. Jede Übung wird neu generiert, sodass du nie dieselbe Frage zweimal bekommst. Nach jeder Einheit siehst du direkt dein Ergebnis und die passende Ampel-Einordnung: grün ab rund 80 %, gelb ab rund 65 %.

Sinnvoll ist es, ENS regelmässig, aber in kurzen Einheiten zu üben – lieber täglich 10–15 Minuten als einmal pro Woche eine lange Session. Kombiniere das Modul-Training mit echtem Lese- und Hörkontakt zur Sprache im Alltag, wie in der 6-Wochen-Routine oben beschrieben. Wer sich unsicher ist, wie ENS im Zusammenspiel mit den anderen Wissenstests wie Physik oder Technischem Verständnis einzuordnen ist, findet im DLR-Test-Guide den Gesamtüberblick.

Häufige Fragen

Nein, ENS ist ein schriftlicher Multiple-Choice-Test und prüft kein freies Sprechen. Es geht um solides Grammatik- und Wortschatzverständnis auf B2-Niveau, nicht um mündliche Konversationsfähigkeit.

Herausgegeben vonDLR Exam Trainer

Die Vorbereitungs-App für die DLR-Eignungsuntersuchung. Hier schreiben wir über Testarten, Strategien und Training – unabhängig und ohne Originalaufgaben.