DLR-Test 2026: Der komplette Guide für angehende Piloten

Alles zur DLR-Eignungsuntersuchung Stufe 1: typischer Ablauf, alle 10 Testarten, Bewertung, Vorbereitungsdauer und wie du dich sinnvoll vorbereitest.

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Pilot im Cockpit blickt auf Instrumente vor dem Flug

Wer Pilotin oder Pilot werden will, kommt an einem Punkt kaum vorbei: der DLR-Eignungsuntersuchung. Für viele angehende Airline-Piloten ist sie die erste echte Hürde im Auswahlprozess – oft noch vor dem eigentlichen Assessment der Airline oder Flugschule. Der Test prüft nicht dein Wissen über Flugzeuge, sondern grundlegende kognitive und psychologische Voraussetzungen: Wie schnell reagierst du, wie gut merkst du dir Dinge, wie belastbar bist du unter Zeitdruck.

Weil der Ablauf wenig bekannt ist und viele Bewerber zum ersten Mal davon hören, wenn die Einladung zur Untersuchung schon im Postfach liegt, wollen wir hier Klarheit schaffen: Was genau wird getestet, wer verlangt den Test überhaupt, und wie bereitest du dich realistisch vor, ohne dich in Gerüchten und Halbwissen zu verlieren.

Dieser Guide ist eine Übersicht. Für jedes der zehn Module gibt es einen eigenen, ausführlichen Artikel mit Strategien – hier findest du die Landkarte, die dir zeigt, wo du als Nächstes hinschauen solltest.

Was ist die DLR-Eignungsuntersuchung?

Die Untersuchung wird umgangssprachlich oft einfach "DLR-Test" genannt, korrekt heisst sie DLR-Zertifikatsuntersuchung für fliegendes Personal. Sie gliedert sich grob in zwei Stufen:

Stufe 1 (Grunduntersuchung, kurz GU) ist der breit angelegte Eignungstest, um den es in diesem Guide und auf dieser ganzen Website geht. Er kombiniert medizinische Untersuchungen mit computerbasierten Leistungstests (CBT) und psychologischen Verfahren. Ziel ist es, grundlegende kognitive Fähigkeiten wie Konzentration, Reaktionsvermögen, räumliches Vorstellungsvermögen und Merkfähigkeit zu erfassen sowie Wissen in Englisch, Technik und teils Physik/Mathematik zu prüfen.

Stufe 2 (Flugtauglichkeitsuntersuchung, kurz FU) ist ein weiterführender, in der Regel deutlich aufwendigerer Teil mit Simulatorübungen, ausführlicheren psychologischen Gesprächen und der eigentlichen fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchung. Sie kommt meist erst zum Tragen, wenn Stufe 1 bestanden ist und/oder wenn es um konkrete Lizenzen oder spätere Nachuntersuchungen geht.

Für die allermeisten Bewerberinnen und Bewerber, die sich erstmals für eine Ausbildung zum Verkehrspiloten bewerben, ist Stufe 1 die relevante Hürde – und genau darauf ist auch der DLR Exam Trainer ausgerichtet.

WichtigDer genaue Ablauf, die Auswahl der Module und die Bewertungskriterien können sich ändern und variieren je nach Auftraggeber. Verlasse dich für die verbindlichen Details immer auf die offiziellen Informationen deiner Airline, Flugschule oder des DLR selbst.

Wer braucht den DLR-Test?

Die DLR-Eignungsuntersuchung wird von mehreren grossen Airlines und Ausbildungsprogrammen im deutschsprachigen Raum als Teil des Auswahlverfahrens genutzt – unter anderem von SWISS sowie von Lufthansa über deren European Flight Academy (EFA). Auch weitere Fluggesellschaften und Flugschulen greifen auf die DLR-Untersuchung oder vergleichbare, eng verwandte Verfahren zurück, weil sie als etabliertes und standardisiertes Instrument gilt.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Airline verlangt exakt dieselben Module in derselben Reihenfolge, und manche Ausbildungswege verlangen den Test gar nicht direkt, sondern ein eigenes Auswahlverfahren mit ähnlichen Testarten. Prüfe daher immer die Einladung oder Ausschreibung deines konkreten Programms, welche Untersuchung tatsächlich gemeint ist.

Wie läuft die Untersuchung typischerweise ab?

Die Grunduntersuchung findet üblicherweise über ein bis zwei Tage statt, meist am DLR-Standort in Hamburg. Ein typischer Ablauf – hier bewusst zurückhaltend als "typischerweise" formuliert, da sich Details ändern können – sieht so aus:

  • Medizinischer Teil: allgemeine körperliche Untersuchung, Seh- und Hörtest sowie weitere fliegerärztliche Checks.
  • Computerbasierte Leistungstests (CBT): eine Serie kurzer, konzentrierter Übungen zu Wahrnehmung, Gedächtnis, Reaktionsfähigkeit und räumlichem Denken – das ist der Teil, auf den sich dieser Guide und die App konzentrieren.
  • Wissenstests: Multiple-Choice-Fragen zu Englisch, technischem Verständnis und Physik, teils ergänzt um Kopfrechnen.
  • Pausen zwischen den Blöcken, in denen du dich kurz erholen kannst – nutze sie bewusst.
  • Ergebnisse als Ratings/Profile statt einfacher Prozentzahlen, die dir meist erst später mitgeteilt werden.

Erfahrungsberichte von Bewerbern zeichnen hier ein recht konsistentes Bild, aber verlasse dich nicht auf Foren-Wissen als einzige Quelle – frage bei Unsicherheiten direkt bei deiner Airline oder Flugschule nach, was dich konkret erwartet.

Die 10 Testarten im Überblick

Die computerbasierten Leistungstests bestehen aus verschiedenen Modulen, die jeweils eine andere kognitive Fähigkeit prüfen. Hier eine kurze Übersicht – ausführliche Strategien findest du in den verlinkten Artikeln.

  • [SKT – Dreieckstest](/blog/skt-dreieckstest): Du vergleichst fortlaufend erscheinende Dreiecke mit dem jeweils vorherigen und reagierst nach festen Regeln. Prüft Reaktionsgeschwindigkeit und Regelanwendung unter Druck.
  • [VMC – Visuelles Gedächtnis](/blog/vmc-visuelles-gedaechtnis): Symbole erscheinen nacheinander, du musst erkennen, ob das aktuelle mit einem vor mehreren Schritten gezeigten übereinstimmt (n-back-Prinzip).
  • [RMS – Zahlen rückwärts](/blog/rms-zahlen-merken): Eine Ziffernfolge wird per Kopfhörer vorgelesen; danach gibst du so viele Ziffern wie möglich rückwärts ein.
  • [KRN – Kopfrechnen](/blog/krn-kopfrechnen): Rechenaufgaben werden nur vorgelesen, du musst sie im Kopf lösen und das Ergebnis eintippen.
  • [OWT – Instrumente ablesen](/blog/owt-instrumente-ablesen): In einem Raster aus Zeigerinstrumenten musst du gezielt die kritischen Instrumente erkennen und ablesen.
  • [PPT – Würfelklappen](/blog/ppt-wuerfelklappen): Räumliches Vorstellungsvermögen: Welcher gefaltete Würfel passt zum gezeigten Würfelnetz?
  • [WFG – Wegfiguren](/blog/wfg-wegfiguren): Eine verschlungene Linie wird gedanklich abgefahren, dabei zählst du Kurven in eine bestimmte Richtung.
  • [TVT – Technisches Verständnis](/blog/tvt-technisches-verstaendnis): Multiple-Choice-Fragen zu Mechanik, Elektrik, Wärme, Optik und Hydraulik.
  • [PHY – Physik](/blog/phy-physik): Formelnähere Multiple-Choice-Fragen zu Kräften, Energie, Elektrizität und Wellen.
  • [ENS – Englisch](/blog/ens-englisch): Grammatik, Wortschatz und Redewendungen auf solidem B2-Niveau.

Zusätzlich gibt es das MIC-Verfahren (Monitoring & Instrumentenkoordination), bei dem mit Joystick und Pedalen mehrere Aufgaben parallel überwacht und gesteuert werden, sowie einen PSY-Persönlichkeitsfragebogen. Beide lassen sich in der App nicht trainieren – MIC wird dort nur als Info erklärt –, weshalb wir uns in der Vorbereitung auf die zehn oben genannten, trainierbaren Module konzentrieren.

Wie wird bewertet?

Die genaue Bewertungsmethodik der DLR ist nicht vollständig öffentlich, aber aus Erfahrungsberichten und den allgemein bekannten Grundprinzipien lässt sich Folgendes sagen: Die CBT-Module werden meist zu Ratings zusammengefasst – oft auf einer Buchstabenskala, bei der die besten Kategorien in der Regel ausreichen, während schwächere Ergebnisse zusätzliche Auflagen oder ein Nichtbestehen bedeuten können. Bei den Wissenstests wie Englisch gilt häufig: Ein gutes Rating reicht, bei schwächeren Ergebnissen kann zusätzlich ein anerkanntes Sprachzertifikat verlangt werden.

Wichtig: Es zählt in der Regel nicht nur Genauigkeit oder nur Geschwindigkeit, sondern eine Kombination – wer nur schnell, aber ungenau arbeitet, verliert ebenso Punkte wie wer akkurat, aber zu langsam ist. Deshalb ist "erst sauber, dann schnell" für fast alle Module eine sinnvolle Grundstrategie.

Konkrete Durchfallquoten als feste Zahl zu nennen, wäre unseriös – sie kursieren zwar in Foren, sind aber nicht offiziell belegt und schwanken je nach Airline, Jahrgang und Anforderungsprofil erheblich. Nimm solche Zahlen bestenfalls als groben Anhaltspunkt, nicht als Fakt.

Wie lange solltest du dich vorbereiten?

Die kognitiven Module lassen sich tatsächlich trainieren – nicht, weil du "schlauer" wirst, sondern weil du die Aufgabenmechanik, dein Tempo und deine Fehlerquellen kennenlernst. Die meisten Kandidatinnen und Kandidaten fahren gut mit einer Vorbereitungszeit von etwa sechs bis acht Wochen, mit kurzen, aber regelmässigen Einheiten von 20 bis 45 Minuten statt seltenen Marathon-Sessions.

Einen konkreten, strukturierten Fahrplan dafür findest du in unserem 8-Wochen-Trainingsplan: Woche für Woche, mit klaren Fokus-Modulen und der Frage, wann du eine vollständige Prüfungssimulation einbauen solltest.

Wie herausfordernd der Test für dich persönlich ist, hängt stark davon ab, wie vertraut dir die einzelnen Aufgabentypen bereits sind. Einen realistischeren Blick darauf, was Kandidat:innen tatsächlich schwerfällt, geben wir im Artikel Wie schwer ist der DLR-Test?.

Typische Fehler bei der Vorbereitung

  • Nur einmalig "reinschauen" statt regelmässig üben. Die Module trainieren Reaktionsmuster – die entstehen durch Wiederholung, nicht durch einmaliges Antesten kurz vor dem Termin.
  • Sich ausschliesslich auf ein Modul konzentrieren, das man mag, und die unangenehmen ignorieren. Gerade RMS, KRN und OWT werden oft unterschätzt, weil sie ungewohnter sind als etwa Multiple-Choice-Wissen.
  • Zu spät mit der Prüfungssimulation beginnen. Eine realistische Simulation mit allen Modulen am Stück, ohne Pausen und Feedback, fühlt sich anders an als isoliertes Einzeltraining – das solltest du vorher mindestens einmal erlebt haben.
  • Sich von Foren-Gerüchten verunsichern lassen. Viele kursierende "Insider-Tipps" sind veraltet oder falsch übertragen. Bleib bei nachvollziehbaren Strategien statt bei Angstmache.
  • Den Kopf, aber nicht den Zustand trainieren. Schlafmangel, Nervosität und Anspannung wirken sich messbar auf Reaktionszeit und Merkfähigkeit aus. Unser Artikel zu Stress & Mindset geht genauer darauf ein, wie du am Testtag ruhig und fokussiert bleibst.

Checkliste vor dem Test

  • Termin, Ort und benötigte Unterlagen rechtzeitig bestätigt
  • Ausreichend Schlaf in den Nächten vor dem Test eingeplant
  • Alle 10 Modultypen mindestens einmal in Ruhe geübt
  • Mindestens eine vollständige Prüfungssimulation unter realistischen Bedingungen durchlaufen
  • Eigene Schwachstellen identifiziert und gezielt nachtrainiert
  • Kopfhörer-Situation für Hörtests (RMS, KRN) vertraut, Lautstärke getestet
  • Anfahrt und Zeitpuffer für den Testtag geplant

Wer diese Punkte abhaken kann, geht deutlich entspannter in die Untersuchung. Für das gezielte Training der einzelnen Module – jeweils mit neu generierten Aufgaben, Ampel-Feedback und Fehleranalyse – kannst du den DLR Exam Trainer nutzen, der genau auf diese zehn CBT-Module ausgerichtet ist.

Häufige Fragen

Nicht ganz. Die DLR-Grunduntersuchung ist ein eigenständiges, standardisiertes Verfahren, das von mehreren Airlines und Flugschulen als Teil ihres Auswahlprozesses genutzt wird. Das gesamte Assessment einer Airline kann zusätzlich eigene Interviews, Gruppenübungen oder weitere Tests umfassen, die über die DLR-Untersuchung hinausgehen.

Herausgegeben vonDLR Exam Trainer

Die Vorbereitungs-App für die DLR-Eignungsuntersuchung. Hier schreiben wir über Testarten, Strategien und Training – unabhängig und ohne Originalaufgaben.